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Herzlich WillkommenDie lästige Sache mit der Schädlichkeit
01.11.2008 - Erik Preusker
Dieser Report berichtet von der Schädlichkeit der Shisha. Er wird in drei Teilen veröffentlicht. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen, Sie werden mit Sicherheit überrascht sein, denn dieser Artikel beruht auf wissenschaftlichen Tests und nicht auf einer schönen Geschichte.
Die lästige Sache mit der Schädlichkeit
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Shisha an sich, samt gerauchtem Tabak. Shishatabak enthält je nach Sorte verschieden hohe Nikotinwerte und kann sich in der Herstellung deutlich unterscheiden, wenngleich die Auswirkungen nicht mit denen des Pfeifenmodells zu vergleichen ist. Die Testshisha ist eine original iranische Pfeife mit einem überdurschnittlich großen Kopf. Dadurch passt mehr Tabak in den Kopf und Ergebnisse können von sich von anderen Shishas unterscheiden. Übrigens beziehen sich die Testergebnisse auf Naturkohlen, „Nicht-Selbstzünder“, wie sie auch genannt werden. In diesem Fall testen Andrej und sein Team mit Kokosnussschalen-Kohle eines bekannten Herstellers. Diese Information stellt sich später als wichtig heraus, Messungen mit Selbstzündern in Tablettenform ergeben grotesk hohe Teer- und Schadstoffwerte, hier sei also Vorsicht geboten! Die Frage ist nun noch, ob die Ergebnisse repräsentativ sind oder nur Beispielwerte. Daher testet Andrej noch mit zwei anderen Wasserpfeifen, eine davon mit einer extrem kurzen Rauchsäule, was sich auch deutlich auf den Teergehalt im Aerosol auswirkt. „Halb so große Shisha = doppelt so viel Teer!“, lautet eine Faustregel, die allerdings ohne Gewähr ist, erzählt Andrej.
Welche Bedeutung hat das für die Shisha-Szene in Deutschland, vielleicht weltweit? Eins ist klar: Die Erforschung des Shisharauchs steckt noch in Kinderschuhen, viel zu ungenau wurde bisher getestet und ebenso gestaltet sich die Berichterstattung. Man darf eben nicht alles glauben, was im Fernsehen gesagt wird, soviel steht fest. Es bleibt aber die Hoffnung, dass die aktuellen Tests des BfR endgültige Sicherheit gibt. Für jeden, der so „gesund“ wie möglich blubbern möchte, hat Andrej auch noch ein paar Tipps:
- Lässt der Kopf im Geschmack merklich nach, sollte keine weitere Kohle nachgelegt werden! Sobald die Feuchtigkeit zum großen Teil verdampft ist, liegt der Tabak ungeschützt im Köpfchen, wo er sich schnell aufheizt und anbrennt. (Warum deutscher Shishatabak von vorneherein so trocken ist, erscheint in diesem Kontext übrigens schon fast als Beihilfe zum Selbstmord durch den Staat. Statt vor Schaden zu bewahren, wird der Shishafreund in Deutschland zum Kauf von vermeintlich gefährlicherem, trockenem Tabak gezwungen!)
- Das Reinigen der Shisha ist ein Muss! Sauberes Wasser nimmt mehr Nikotin auf, saubere Rauchsäulen erhalten den Geschmack besser und verringern die Aufnahme von Stoffen, die Krebs und andere Erkrankungen herbeiführen. Auch der Schlauch muss beachtet werden, ist er nicht waschbar, sollte er regelmäßig ersetzt werden. Außerdem sollte die Rauchsäule nie glatt sein, an einer rauen Oberfläche bleiben bedeutend mehr Schadstoffe hängen! Ist die Rauchsäule sehr glatt, kann zum Beispiel Stahlwolle sehr hilfreich sein.
- Milch in der Bowl hilft dem Wasser Kondensate zu binden, Zitronensaft bindet dagegen Nikotin und ähnliche leicht basische Stoffe. Beides zusammen sollte allerdings nicht gemixt werden.
- Auf eiskaltes Wasser sollte verzichtet werden. Grund: Wasser kann Schadstoffe umso langsamer aufnehmen, je kälter es ist. Der Rauch wird zwar kühler, enthält aber mehr Gifte als gewöhnlich.
- Je kleiner die Blasen sind, die am Ende des Tauchrohrs im Wasser entstehen, desto größer die Filterwirkung! Durch die größere Oberfläche kleiner Blasen können mehr Stoffe im Wasser aufgenommen werden. Erreicht werden kann dies mit einem Filter, welcher im Handel erhältlich ist, aber auch schnell selbst gebaut werden kann.
Welchen Schluss zieht der Shisharaucher daraus? Andrej jedenfalls erzählt, dass er sein Rauchverhalten kaum ändert, auch wenn es „besser wäre“. Rauchen kann nicht nur tödlich sein, oft genug ist Rauchen heute der Grund für das Dahinscheiden junger und alter, vor allem aber geliebter Menschen. Auch wenn die Schädlichkeit deutlich beeinflusst werden kann: Rauchen schadet der Gesundheit, das darf nie außer Acht gelassen werden. Der Mensch ist aber erst zufrieden, wenn er seine kleinen Schwächen ausleben darf, und so wünschen wir allen Shishafreunden möglichst leckere, schadstoffarme Köpfe!
Andrej arbeitet zurzeit übrigens an seinem nächsten Projekt, einem elektrischen Kohleersatz, der den Teergehalt fast komplett eliminieren soll.
Wir dürfen gespannt sein...
Erik Preusker
PS: Wir bedanken uns ganz herzlich bei Andrej S. und wünschen ihm für seine Zukunft und weiteren Projekte viel Erfolg, Spaß und das nötige Durchhaltevermögen!
Bild von ihm: http://picasaweb.google.de/smartyy86/MeineWenigkeit/photo#5081056404874408642
Die Testshisha: http://www.shisha-forum.de/attachment.php?attachmentid=3848
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