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Die lästige Sache mit der Schädlichkeit

14.09.2008 - Erik Preusker

Dieser Report berichtet von der Schädlichkeit der Shisha. Er wird in drei Teilen veröffentlicht. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen, Sie werden mit Sicherheit überrascht sein, denn dieser Artikel beruht auf wissenschaftlichen Tests und nicht auf einer schönen Geschichte.



Die lästige Sache mit der Schädlichkeit

Teil II

Als die Ergebnisse in Zahlen vorliegen, komplett ausgewertet und analysiert werden, steigt die Spannung. Einen wichtigen Fehler hatten die Chemiker im Vergleich zum Test von Beirut bereits korrigiert: Statt nur den eingeatmeten Rauch zu beachten, untersuchen Andrej und Co. auch den ausgeatmeten Anteil der Toxine. Dies verändert die Testwerte gewaltig: Das Nervengift Nikotin wird in drei- bis fünffacher Dosis einer Zigarette eingeatmet, abhängig von der jeweiligen Tabakmarke. Eine so hohe Zahl hat niemand erwartet, allgemeine Ratlosigkeit macht sich breit. Keiner der Testpersonen hat das Verlangen nach einer Shisha wahrgenommen, was bei dieser Nikotinmenge eigentlich der Fall hätte sein müssen. Daher ist es kaum verwunderlich, dass mehr als 75% des Nikotins im ausgeatmeten Rauch noch enthalten ist! Dies erklärt: Die absolute Nikotinaufnahme eines Zuges an einer Shisha unterscheidet sich kaum von dem einer Zigarette, verteilt über den ganzen Abend zum Beispiel nehmen durchschnittliche Shisharaucher eher weniger Nikotin zu sich, als ein Kettenraucher. Nikotin ist eines der stärksten psychisch süchtig machenden Nervengifte, dies sollte jedem Raucher aber immer klar sein.

Mindestens genauso interessant sind die Testergebnisse des Kondensats und der Giftstoffe. Leider sind viele der im Shisha„rauch“ enthaltenen Stoffe kaum definierbar, da bei der Erhitzung des Tabakgemisches viele Tausende von ihnen entstehen. Teer allerdings kann exakt nachgemessen werden und zeigt, dass bei einem absoluten Zug an der Shisha nur 0,5% – 5% der Teermenge im Vergleich zu einem absoluten Zug an einer Zigarette aufgenommen werden. Doch Teer entsteht nur bei Verbrennung, woher kommen die letzten Prozent? Sobald es kratzt, entsteht Teer, doch auch die Kohle allein erzeugt ihn, dadurch kann dieser Faktor (bisher) nicht vollkommen ausgemerzt werden. Die Testergebnisse aus dem Libanon sind deutlich höher, wie kommt es dazu? Einerseits ist die falsch eingerichtete Zugmaschine „schuld“, da sie viel zu stark zog und somit die Hitze deutlich steigen ließ, andererseits ist nicht klar, wie getestet wurde. Noch heute ist es im Orient üblich sogenannten „Zaghloul“ Tabak (schwarzer Tabak) zu rauchen, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Dort wird die Kohle direkt auf den Tabak gelegt, sodass eine Verbrennung und somit auch erhebliche Zunahme an Schadstoffen logisch ist. Heute ist es üblich die Hitze der Kohle durch Löcher in einem Abstandshalter durch den Tabak zu ziehen, sodass der Schadstoffgehalt minimiert wird.


Ein weiteres Mysterium der Shisha ist und war schon immer die Filterwirkung. Filtert das Wasser „böse“ Stoffe aus? Schließlich färbt es sich nach einiger Rauchzeit, und Ablagerungen sind deutlich erkennbar! Diese Verfärbungen stammen jedoch im Regelfall von der Flüssigkeit, die dem Tabak beigesetzt ist. Durch die Löcher im Kopf fallen kleine Tabakstückchen und verunreinigen das Wasser, das Honig ähnliche Gemisch läuft die Rauchsäule runter und färbt das Wasser dazu noch – gefiltert wird allerdings kaum Teer, wie viele annehmen. Hauptsächlich Toxine, Nikotin und Acrolein bleiben im Wasser hängen. Mittels eines Polarimeters und anderer Analysgeräte ermittelt Andrej die Werte des gebrauchten Wassers in der Bowl - und das Gerät springt erwartungsgemäß stark an! Acrolein ist übrigens ein sehr starkes Gift, das hauptsächlich für das Kratzen zuständig ist, Husten erzeugt und entsteht, wenn Glyzerin auf über 290°C erhitzt wird, was für einen normalen Shishakopf also viel zu heiß ist! Kratzt der Rauch nicht, sinkt der Acrolein-Wert nahe Null.

Teer und weitere Kanzerogene (krebserregende Stoffe) werden im Wasser nur in geringsten Mengen gefiltert, hier hat die Rauchsäule die besten Werte, gefolgt vom Schlauch. Wissenswert: Bei der Fahrt mit der U-Bahn mit offenem Fenster, nimmt der Mensch auf 2km Fahrweg, dank des Bramsstaubes, bis zu fünfmal so viel Feinstaub und krebserregende Stoffe zu sich, wie beim Rauchen einer Zigarette. Der endgültige Vergleich zwischen Shisha und Zigarette bleibt hier jedoch aus. Vollkommen andere Rauchweisen, hoher Einfluss der Umgebung und die (Nicht-)Verbrennung des Tabaks erlauben zu diesem Zeitpunkt der Forschung keine Vergleiche.

 


Der letzte Teil kommt am 21.09!



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