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Herzlich WillkommenDeutschland das Shisha-Land? II
16.05.2008 - Erik Preusker
Deutschland, unser schönes Shisha-Land. Mittlerweile sehen wir ein: Uns geht es hier gar nicht schlecht. Sehen wir von dem furztrockenen Tabak einmal ab, können wir uns gar nicht beschweren. Es gibt in Deutschland mittlerweile einige Hundert verschiedene Shisha Modelle, es gibt Zubehör von A wie Abstandsring bis Z wie Zange, Schläuche, Köpfe, Bowls... Man könnte meinen, wir könnten uns bald nicht mehr retten.
Deutschland, du hast zugelegt. In Sachen Shisha. Deutschland legt ständig zu, seit einigen Jahren. Während vor 10 Jahren nur vereinzelt mal eine ägyptische oder türkische Wasserpfeife auffiel, so sehen wir heute Edelstahlrauchsäulen auf Kristallglas, Bimstein-Köpfe und 2,20m Kobra Schläuche. Das Angebot explodiert quasi, es gibt heute für wirklich jeden Geschmack die geeignete Shisha, in jeder Farbe und Größe. Vor vielen Jahren war die Wasserpfeife in Deutschland noch kein Thema. Vorbelastet ist sie durch ein Klischee, welches Wasserpfeifen als Rauchwerkzeuge für Drogen sieht. Von diesem Klischee konnte sich die Shisha bis heute nicht wirklich befreien. Anfang des 21. Jahrhunderts ist, im Zuge der Globalisierung, auch die Wasserpfeife an der Reihe, sich auszubreiten. Die meisten europäischen Länder bleiben unbeeindruckt, nur die Franzosen entwickeln schon früh einen Sinn für die Wasserpfeife (Nargilé), nicht zuletzt aufgrund vieler Immigranten und Einwohner mit Migrationshintergrund, die die Wasserpfeife aus ihren Kulturkreisen mitnehmen.
In Deutschland gab es keinen Boom, keinen Knall, der alles einläutete. Es gab keine Bekanntmachung: Shisha ist jetzt „in“. Und trotzdem war es irgendwann einfach so, ohne, dass Staat und Erziehungsberechtigte sich dagegen wehren konnten. Shishas wurden Anfang des 21. Jahrhunderts auch für den europäischen Markt produziert und verkauft. Einen Großteil des Shisha Handels machten die kleinen Kioske und Läden aus, die wohl die ersten Wasserpfeifen in Deutschland verkauften. Soweit haben es jedoch schon andere Produkte geschafft, warum hat sich die Shisha durchgesetzt?
Viel Rauch, kein Kratzen, guter Geschmack, zusammen rauchen, entspannt. Das sind Ausdrücke bzw. Argumente, die immer wieder von Shisha Freunden jeden Alters hervorgebracht werden. Diese Aussagen treffen zu, sage ich, aber entscheidend für den Siegeszug der Shisha in Deutschland sind diese Faktoren alleine noch nicht.
Das Internet hat die Wasserpfeife (Hookah) erst salonfähig gemacht. Die Möglichkeit sich über das fremde Ding schnell und gut informieren zu können hat dazu beigetragen, dass es Shisha-Experten gibt, die sich seit Jahren mit dem Gerät beschäftigen, in der Theorie und Praxis. Dieser Stamm aus Interessierten ist essentiell für die Etablierung eines Phänomens, wie die Shisha. Ein weiterer Vorteil: Die Zielgruppe! Jugendliche informieren sich häufiger und intensiver im Internet, erfahren mehr in Foren und auf Informations Pages. Diesen Umständen haben wir es zu verdanken, dass wir heute MYA Shishas, PN Nargilé Shishas haben und das Sortiment an Shishas fast täglich wächst.
Ein weiterer Clou: Die Selfmade (Eigenbau) Profis. Das Prinzip der Shisha ist einfach und kann so leicht nachempfunden werden. Im Prinzip heißt das: Shisha Tabak und Shisha Kohle bleiben erhalten, die Wasserpfeifen Konstruktion an sich kann jedoch nach belieben variiert werden. Das heute schon Tonköpfe selbst geformt und Tabak selbst produziert wird, verwundert da nur noch wenig. Das Potenzial der Shisha ist also erkannt worden und innerhalb kürzester Zeit zu einem Teil ausgereizt, den niemand erwartet hatte. Und es geht immer noch lediglich um Deutschland. Die USA, England und Frankreich sind neben China 3 weitere wichtige Shisha-Nationen. Natürlich bleibt auch der Orient ein Mekka für Shisha Fans, auch wenn der Einfluss aus Nahost stetig sinkt.
Deutschland kann also doch zufrieden sein? Bis auf den Shisha Tabak sind wir zufrieden und blubbern weiter unsere Pfeifchen.
Bis dahin,
Erik Preusker
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